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Begriffe und Methoden (2): PTSD (PTBS) Post Traumatische Belastungs Störung

Forscher der University of London (Metin Basoglu) untersuchten 279 Opfer von Folter und Gewalt aus den Bürgerkriegen im ehemaligen Jugoslawien. Der Studie zufolge haben Drohungen, Einschüchterungen und der Entzug von Zuwendung ähnliche psychische Folgen wie körperliche Folter. Gemäss der Studie litten die Befragten, die gezielter Manipulation, Erniedrigungen oder extremem psychischen Stress ausgesetzt waren, noch Jahre später unter ähnlich starken Langzeitfolgen, wie sie von Opfern körperlicher Folter bekannt sind.   Selbst vermeintlich harmlose Formen des Drucks, etwa Isolationshaft, müssten ähnlich beurteilt werden wie körperliche Folter, schreiben Basoglu und Kollegen im Fachblatt „Archives of General Psychiatry“ (Bd. 64, S 277). Das Fazit des kommentierenden Psychologieprofessors Steven Miles von der University of Minnesota wird folgendermassen zitiert:

„Eine Unterscheidung zwischen Folter und erniedrigender (psychischer) Behandlung ist nicht nur nutzlos, sondern auch gefährlich“.

„Physische Gewalt bedingt ein Eindringen in den Körper und kann, bei längerer Exposition, Grund für ein Trauma darstellen (z.B. sexueller Missbrauch, Vergewaltigung etc.).  Wenn psychische Gewalt ähnliche (kognitive) Auswirkungen auf einen Menschen haben sollte, könnte man auch hier von traumatischem Erleben sprechen.“


Die PTSD (PostTraumatischeBelastungsstörung) aus dem engl. PTSD (Post Traumatic Stress Disorder)

ist eine natürliche emotionale Reaktion auf ein tief schockierendes und innerlich aufwühlendes Ereignis, nachdem  für Überlebende der Eindruck entstehen kann, dass das Leben jemals wieder das Gleiche sein wird.

Die Symptome treten in der Bevölkerung überraschend häufig auf und umfassen

  •     Schlafstörungen,
  •     Albträume und frühes Erwachen,
  •     Flashbacks und wiederkehrende Gedanken in Bezug auf bestimmte Ereignisse, verschlechterte Merkfähigkeit,
  •     Unfähigkeit zur Konzentration,
  •     Hypersensibiliät,
  •     Hyperwachsamkeit,
  •     übertriebene Reaktionen,
  •     Zerbrechlichkeit und Hypersensitivität,
  •     Vermeidungs- und Abgrenzungs-Verhalten,
  •     Depression, Schreckhaftigkeit,
  •     aggressive Aussetzer,
  •     Gelenk und Muskelschmerzen,
  •     Müdigkeit, Panikattacken,
  •     niedriges Selbstwertgefühl,
  •     Gefühle von Nervosität und unbestimmte Angstzustände.

Überlebende eines traumatischen Ereignisses haben darüber hinaus oft nicht objektiv nachvollziehbare Gefühle von Schuld.

3.2.1 Offizielle Diagnosekriterien der PostTraumatischenBelastungsstörung  im DSM (Diagnostic Statistic Manual)

PTSD ist als psychisches Störungsbild definiert im DSM-IV, der vierten Edition des Statistischen und Diagnostischen Diagnose Manuals der American Psychiatric Association.  Dieses Diagnose Manual ist derzeit weltweit das gängige Instrument  zur Diagnostik und Klassifizierung  psychischer Erkrankungen und wird von Ärzten oder verwandten Berufen  des Gesundheitswesen zur Diagnostik und Klassifizierung psychischer Störungen eingesetzt.

Um eine „Diagnose“ zu stellen muss die spezifische Kondition eines Menschen  bestimmte Entsprechungen zu den vorgegebenen Kriterien aufweisen.   (Das internationale „Equivalent“ ist der ICD-10 der World Health Organisation).

 

Die Diagnose Kriterien für die Post Traumatische Stress Belastung sind im DSM-IV definiert wie folgt:

A. Die Person wurde mit einem traumatischen Ereignis konfrontiert, bei dem die beiden folgenden Kriterien vorhanden waren :

  1. Die Person erlebte, beobachtete oder war mit einem oder mehreren Ereignissen konfrontiert, die tatsächlichen oder drohenden Tod oder ernsthafte Verletzung oder eine Gefahr der körperlichen Unversehrtheit der eigenen Person oder anderer Person beinhalteten.
  2. Die Reaktion der Person umfasste intensive Furcht, Hilflosigkeit oder Entsetzen.

B. Das traumatische Ereignis wird beharrlich auf mindestens eine der folgenden Weisen wiedererlebt :

  1. wiederkehrende und eindringliche, belastende Erinnerungen an das Ereignis, die Bilder, Gedanken oder Wahrnehmung umfassen können.
  2. wiederkehrende, belastende Träume von dem Ereignis
  3. Handeln oder Fühlen, als ob das traumatische Ereignis wiederkehrt (beinhaltet das Gefühl, das Ereignis wiederzuerleben, Illusionen, Halluzinationen und dissoziative Flashback – Episoden, einschließlich solcher, die beim Aufwachen oder bei Intoxikationen auftreten).
  4. Intensive, psychische Belastung bei der Konfrontation mit internalen oder externalen Hinweisreizen, die einen Aspekt des traumatischen Ereignisses symbolisieren oder an Aspekte desselben erinnern.
  5. körperliche Reaktionen bei der Konfrontation mit internalen oder externalen Hinweisreizen, die einen Aspekt des traumatischen Ereignisses symbolisieren oder an Aspekte desselben erinnern.

C. Anhaltende Vermeidung von Reizen, die mit dem Trauma verbunden sind, oder eine Abflachung der allgemeinen Reagibilität (vor dem Trauma nicht vorhanden).

Mindestens drei der folgenden Symptome liegen vor:

  1. bewußtes Vermeiden von Gedanken, Gefühlen oder Gesprächen, die mit dem Trauma in Verbindung stehen
  2. bewußtes Vermeiden von Aktivitäten, Orten oder Menschen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen
  3. Unfähigkeit einen wichtigen Aspekt des Traumas zu erinnern
  4. deutlich vermindertes Interesse oder verminderte Teilnahme an wichtigen Aktivitäten
  5. Gefühl der Losgelöstheit oder Entfremdung von Anderen
  6. eingeschränkte Bandbreite des Affekts (z.B. Unfähigkeit, zärtliche Gefühle zu empfinden)
  7. Gefühl einer eingeschränkten Zukunft (z.B. erwartet nicht Karriere, Kinder, Ehe oder normal langes Leben zu haben)

D. Anhaltende Symptome erhöhten Arousals (vor dem Trauma nicht vorhanden). Mindestens zwei der folgenden Symptome liegen vor:

  1. Schwierigkeiten ein – oder durchzuschlafen
  2. Reizbarkeit oder Wutausbrüche
  3. Konzentrationsschwierigkeiten
  4. Übermäßige Wachsamkeit (Hypervigilanz)
  5. übertriebene Schreckreaktion

E. Das Störungsbild (Symptome unter Kriterium B, C und D) dauert länger als einen Monat

F. Das Störungsbild verursacht in klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen

Das Störungsbild (Symptome unter Kriterium B, C und D) dauert länger als einen Monat

Das Störungsbild verursacht in klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen

Es ist weithin akzeptiert, dass PTSD entstehen kann nach Exposition auf ein einzelnes, grosses, lebensbedrohliches Ereignis (wie im DSM-IV definiert). 

Es wird jedoch bei Untersuchung unzähliger sog. Stresssymptomatiken bei Betroffenen evident, dass die in der „einfachen“ posttraumatischen Belastungsstörung beschriebenen Symptome von traumatischem Stress auch aus einer Anhäufung kleiner (möglicherweise sich über lange Zeiträume wiederholender) Vorfälle entstehen können.

Seit einigen Jahren wird daher der Gedanke verfolgt, dass PTSD auch aus einer Anhäufung von vielen kleinen, und im Einzelfall nicht lebensbedrohlichen Vorfällen resultieren kann.

Eine offizielle Aufnahme als diagnostisches Störungsbild  in das DSM ist dennoch nicht abzusehen.

Wenn die Symptome der komplexen Belastungsstörung Resultat einer Aneinanderreihung von stark belastenden und/oder stressauslösenden Vorfällen/ Ereignissen sind (in den  90er Jahren im Zusammenhang mit Mobbing das erste Mal differenziert beschrieben von Andrea Walker) wird heute der Begriff Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung gebraucht (vormals wurde auch der Begriff Verlängerte Stress Belastung – Prolonged Duress Stress Disorder oder PDSD verwendet).

Das Symptomspektrum von Patienten mit schweren und langanhaltenden Traumatisierungen wird durch die Diagnosekriterien der posttraumatischen Belastungsstörung nur unzureichend beschrieben.  Ergänzend wurde daher von einer Arbeitsgruppe um Judith Hermann und Bessel van der Kolk die Diagnose der komplexen posttraumatischen Belastungsstörung vorgeschlagen.  Diese beschreibt ein auch unter dem Akronym DESNOS (Disorders of Extreme Stress Not Otherwise Specified) bekanntes Symptombild, das Störungen der Affektregulation, dissoziative Symptome und Somatisierung, gestörte Selbstwahrnehmug, Störungen der Sexualität und Beziehungsgestaltung sowie Veränderungen persönlicher Glaubens- und Wertvorstellungen umfasst. Dabei werden die jeweiligen Symptome als Bewältigungsstrategien und nicht primär als Defizite verstanden. (Sack, 2005)

Die komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (Complex PTSD) ist bis heute keine offizielle Diagnose im DSM-IV oder ICD-10.  Daher werden darüber hinaus  oft auch Begriffe wie “rolling PTSD” (rollende Posttraumatische Belastungsstörung) und “cumulative stress” (kumulativer Stress) eingesetzt.

Beispiele von langanhaltenden Anhäufungen von traumatischen Stressbelastungen sind z.B.

  • Wiederholtes Erleben schrecklicher Szenen bei Unfällen/Bränden- wie sie z.B. Mitarbeiter von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten ausgesetzt sind.
  • Wiederholter Umgang mit schweren Verbrechen, bei denen grausame Gewalt angewandt wurde (Mord/ Folter/ Missbrauch)

Aber auch:

  • Wiederholte Gewalt durch Beschimpfungen, körperliche Misshandlung, emotionaler Missbrauch (Manipulation, psychische Gewalt im Allgemeinen), Isolation und sexueller Missbrauch
  • Regelmässiges, wiederholtes Eindringen in die Persönlichkeitsstruktur von Menschen durch Mechanismen wie Stalking, Mobbing, häusliche Gewalt aller Art, verbale Manipulation, Abhängigmachen durch Sexualität, Stalking aber auch Prüfungsstress über viele Jahre, hohe Schulden/fianzielle Probleme  uva.und  Langanhaltenden  Bedrohungssituationen durch Manipulation und psychischer  Gefangenschaft (Liebe- Hass- Vernachlässigung-Missachtung)  im Allgemeinen.

Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (Complex PTSD/ Komplexe PTBS)

Es ist weithin akzeptiert, dass PTSD entstehen kann nach Exposition auf ein einzelnes, grosses, lebensbedrohliches Ereignis (wie im DSM-IV definiert). 

Es wird jedoch bei Untersuchung unzähliger sog. Stresssymptomatiken bei Betroffenen evident, dass die in der „einfachen“ posttraumatischen Belastungsstörung beschriebenen Symptome von traumatischem Stress auch aus einer Anhäufung kleiner (möglicherweise über lange Zeiträume sich wiederholender) Vorfälle entstehen können.

Seit einigen Jahren wird daher der Gedanke verfolgt, dass PTSD auch aus einer Anhäufung von vielen kleinen, und im Einzelfall nicht lebensbedrohlichen Vorfällen resultieren kann.

Eine offizielle Aufnahme als diagnostisches Störungsbild  in das DSM ist dennoch nicht abzusehen.

Wenn die Symptome der komplexen Belastungsstörung Resultat einer Aneinanderreihung von stark belastenden und/oder stressauslösenden Vorfällen/ Ereignissen sind (in den  90er Jahren im Zusammenhang mit Mobbing das erste Mal differenziert beschrieben von Andrea Walker) wird heute der Begriff Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung gebraucht (vormals wurde auch der Begriff Verlängerte Stress Belastung – Prolonged Duress Stress Disorder oder PDSD verwendet).

Das Symptomspektrum von Patienten mit schweren und langanhaltenden Traumatisierungen wird durch die Diagnosekriterien der posttraumatischen Belastungsstörung nur unzureichend beschrieben.  Ergänzend wurde daher von einer Arbeitsgruppe um Judith Hermann und Bessel van der Kolk die Diagnose der komplexen posttraumatischen Belastungsstörung vorgeschlagen.  Diese beschreibt ein auch unter dem Akronym DESNOS (Disorders of Extreme Stress Not Otherwise Specified) bekanntes Symptombild, das Störungen der Affektregulation, dissoziative Symptome und Somatisierung, gestörte Selbstwahrnehmug, Störungen der Sexualität und Beziehungsgestaltung sowie Veränderungen persönlicher Glaubens- und Wertvorstellungen umfasst. Dabei werden die jeweiligen Symptome als Bewältigungsstrategien und nicht primär als Defizite verstanden. (Sack, 2005)

Die komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (Complex PTSD) ist bis heute keine offizielle Diagnose im DSM-IV oder ICD-10.  Daher werden darüber hinaus  oft auch Begriffe wie “rolling PTSD” (rollende Posttraumatische Belastungsstörung) und “cumulative stress” (kumulativer Stress) eingesetzt

Beispiele von langanhaltenden Anhäufungen von traumatischen Stressbelastungen sind z.B.

  • Wiederholtes Erleben schrecklicher Szenen bei Unfällen/Bränden- wie sie z.B. Mitarbeiter von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten ausgesetzt sind.
  • Wiederholter Umgang mit schweren Verbrechen, bei denen grausame Gewalt angewandt wurde (Mord/ Folter/ Missbrauch)

Aber auch:

  • Wiederholte Gewalt durch Beschimpfungen, körperliche Misshandlung, emotionaler Missbrauch (Manipulation, psychische Gewalt im Allgemeinen), Isolation und sexueller Missbrauch
  • Regelmässiges, wiederholtes Eindringen in die Persönlichkeitsstruktur von Menschen durch Mechanismen wie Stalking, Mobbing, häusliche Gewalt aller Art, verbale Manipulation, Abhängigmachen durch Sexualität, Stalking aber auch Prüfungsstress über viele Jahre, hohe Schulden/fianzielle Probleme  uva.und  Langanhaltenden  Bedrohungssituationen durch Manipulation und psychischer  Gefangenschaft (Liebe- Hass- Vernachlässigung-Missachtung)  im Allgemeinen.

 

©vampfree2016

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2 Comments »

  1. Ich hatte einmal an einem Test das das ZI in Mannheim durch fuerte teil genommen , ob ich an einer PTSD leide. Wegen Mißbrauch in meiner Jugend .
    Bei dem Test sagte ich dem Psychologen das es in meinem Leben schon oefters vor kam ,das ich von Mitmenschen ausgenutzt mißbraucht wurde .Worauf er ohne sich die Geschichten anzuhoeren mir gleich sagte ich waehre Paranoid weil es kann ja nicht sein weil es bei im in seinem Bekanntenkreis ja auch nicht vorkaehme !Er wollte mir auch gleich einen seiner Kollegen auserhalb von dem ZI empfehlen ! Und das war auch ein Mißbrauch!

    • Lieber Georg- so wie du das schilderst, war es das ganz bestimmt! Mißbrauch eines „Schutzbefohlenen“, Mißbrauch der Stellung. Ich hoffe, du weißt, dass du nicht „paranoid“ bist, weil Andere dich ganz schlecht behandelt haben!
      Pass auf Dich auf und glg, Nina

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