Trauma und BurnOut

Eine umfangreiche Beschreibung und Darstellung wissenschaftlicher Ansätze zum Thema BurnOut durch traumatische Beziehungen, Manipulation finden

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  1. Ich habe mir hier und anderswo verschiedene Beiträge durchgelesen, und bin trotzdem noch unsicher, was auf den Menschen zutrifft, mit dem ich fast 8 Jahre meines Lebens verbracht habe. Ich vermute, er ist ein Narzisst mit einer passiv aggressiven Persönlichkeitsstörung. Falls es diese Form geben sollte. Oder handelt es sich einfach nur um eine gescheiterte Beziehung, weil wir nicht optimal zusammen passen. Eventuell „nur“ um Differenzen, die sich zwischen Mann und Frau ergeben? Aber, da war bzw. ist dieses Gefühl wegen seines merkwürdigen Verhaltens insgesamt, dass ich bis dato nicht kannte.
    Komischerweise bin ich erst in den letzten Monaten darauf gekommen, dass er eine Persönlichkeitsstörung haben könnte. Durch Zufall bin ich auf diese Thematik gestoßen. Ich las quasi Beschreibungen von ihm.
    Es zeigt typisch narzisstische Verhaltensmuster. In erster Linie sind seine Waffen jedoch Schweigen und Ignoranz. Er ist eine Wand des Schweigens. Seine Ignoranz unschlagbar. Von einem gleichartigen Beispiel habe ich bislang nicht gelesen. Ich habe mich immer mehr damit beschäftigt, weil es mich gewissermaßen befreit und erleichtert.
    Ich habe dieses Theater jahrelang mitgemacht. Immer in der Hoffnung, dass die Wende eintritt. Meiner eigenen Defizite bin ich mir bewusst. Aber es wäre wahrscheinlich auch egal gewesen, wenn ich anders wäre und anders reagiert hätte. Meine persönlichen Toleranzgrenzen waren schon weit unterschritten, trotzdem hat er nicht aufgehört mich seelisch zu verletzen.
    Ich habe mit verschiedenen Menschen gesprochen. Keiner kennt sich mit diesem Menschenschlag aus oder hat Ähnliches erlebt. Ich erzähle meine Geschichten. Die Kommentare lauten „sei froh, dass du ihn los bist“ oder „du musst jetzt an dich denken“, „ich würde mir das nicht bieten lassen“ etc. Das reicht mir nicht. Mir fehlt die Einschätzung und Bewertung.

    In meinem Kopf zermartere ich jeden Tag 24 Stunden, was in den letzten Jahren passiert ist. Ich komme überhaupt nicht zur Ruhe. Ich bin so zerfressen von seiner schamlosen Niederträchtigkeit mir gegenüber. Frage mich dauernd: wie kann ein Mensch so schlecht zu mir sein. Und wieso verhält er sich seiner Neuen gegenüber nun plötzlich ganz anders? Kein Schweigen. Im Gegenteil, er bedient ihre Bedürfnisse nach Kommunikation intensiv. Wobei intensiv untertrieben ist. Ignoranz findet nicht statt. Dafür gibt es (noch) keinen Anlass.

    Als ich ihn kennenlernte war ich schon lange alleine. Hatte nie lange Beziehungen gehabt. Alleinsein war mir ein Graus. Das ist der Grund dafür, dass ich das alles so lange mitgemacht habe. Glücklich bin ich schon lange nicht mehr gewesen.

    Von Berufs wegen ist er sehr viel unterwegs, trifft auf viele andere Männer und Frauen, mit denen er über einen längeren Zeitraum zusammen arbeitet. Oft die gleichen Personen, aber auch auf neue. Er ist selbstständig.
    In der Anfangszeit unserer Beziehung war erstmal alles schick, aber schnell fiel mir auf, dass er unpünktlich und unzuverlässig war. Nicht 5 oder 15 Minuten zu spät, sondern gleich 1-2 Stunden. Er hat dann auch nicht unbedingt angerufen, was jeder andere Mensch tun würde.
    Wenn er einen Job in einer anderen Stadt hatte, hat er sich alle paar Tage gemeldet. Oftmals kurz vor dem Einschlafen. Er entschuldigte dies mit der anstrengenden Arbeit. Wohlgemerkt spreche ich hier von den ersten Monaten, also die Zeit der völligen Verliebtheit. Der Kontakt zu ihm war von Anfang sehr intensiv beinahe symbiotisch. War er in der Stadt, waren wir immer beisammen. Er schien keine Freunde zu haben, zumindest niemand, mit denen er sich regelmäßig getroffen hat. Eigentlich bestand sein Leben nur aus Arbeit und mir. So schien es mir.
    Nach ein paar Monaten begann unser Liebesleben zu schwächeln. Ich vernahm depressive Züge an ihm. Ich nahm an, er wollte mich nicht mehr. Dies stritt er ab. Er umgarnte mich, behandelte mich sehr liebevoll. Ich fühlte mich wie auf Händen getragen und war glücklich.

    Die Schwachstellen unserer Beziehung wie beschrieben entwickelten sich zum Dauerstreitpunkt. Pünktlichkeit wurde weitestgehend behoben. Fernkommunikation wurde zeitweilig besser. Dazu später mehr. Mangelndes Liebesleben ging irgendwann in völlige Verweigerung über. Vor zwei Jahren wieder häufiger, aber von regelmäßig Lichtjahre entfernt. Kam er in den ersten 1 1/2 Jahren noch von sich aus an, wendete er sich später gar ab, wenn ich ankam. Eigentlich kam er später nie wieder aus eigenen Bedürfnissen auf mich zu. Ich wurde immer frustrierter und nörgeliger. Ich war diejenige, die forderte, er derjenige, der alles auf die lange Bank schob. Nachher, später, noch später, morgen. Selbst nachdem er längere Zeit unterwegs war und zurückkehrte, fiel die Begierde aus. Ich konnte mir das nicht erklären.
    Wenn es war, war es manchmal wie Leidenschaft, öfter erschien es mir zielorientiert, schlimmstenfalls kam ich mir vor wie eine Nutte. Er ließ sich gerne „bedienen“. Ein passiver Genießer … Kalten Schnellsex gab es aber eher nicht. Vielmehr hatte ich später den Eindruck, er musste sich „in Stimmung küssen“, damit etwas passiert. Ohne körperlichen Einsatz. Zärtliches streicheln habe ich vermisst. Sein Streicheln hatte oft etwas von Haut-warm-reiben.
    Geküsst hat er mich immer. War aber in den letzten Jahren nicht der Einstieg für mehr.

    Er selbst übte fast nie Kritik. Ganz selten sprach er von sich aus störende Kleinigkeiten an. Später sagte er höchstens Dinge wie „schau dir unsere Beziehung doch an“ oder „das ist nicht mein Zuhause“, je nach dem wie stark die Streitigkeiten waren. Die Ursachen für sein schräges Verhalten begründete er mit Stress bei der Arbeit, mit Kollegen – mit äußeren Umständen. Er hat enorm viel geschwiegen. Ich führte teilweise Monologe. Im Lauf der Zeit hat er sich ein wenig geöffnet, geantwortet und mehr gesagt. Tausend Gespräche, die sich im Prinzip stets um die gleiche Thematik drehen, weil er sein Verhalten nie grundlegend verändert hat.

    Nach einem Jahr bin ich zu ihm gezogen.
    Wieder ein Jahr später entdeckte ich durch Zufall, dass er in einem online Sex-Datingportal angemeldet war. Er wehrte ab, es sei Spam. Er hätte damit nichts zu tun. Das war natürlich gelogen. Letztlich stellte sich sogar heraus, dass er sich Anfang desselben Jahres bei zwei weiteren kostenpflichtigen Portalen registriert hatte, in einem anderen hatte er sich nie abgemeldet. Angeblich wäre nie etwas passiert. Ich forderte ihn auf, alles zu kündigen.
    Mein Vertrauen zu ihm war erheblich angeknackst. Ich durchforstete seine Ordner und wurde mit einem einziges Chaos konfrontiert. Unzählige Mahnungen, diverse Vollstreckungsbescheide, Briefe von Rechtsanwälten. Ein Müllsack mit Briefen. Eine Tüte mit bestimmt 100 ungeöffneten Briefen. Viele Ordner, deren Inhalt kaum systematisch geordnet waren. Die Tatsachenberichte der vorherigen 10 Jahre.
    In den Gesprächen dazu meinte er, dass sich seine Finanzprobleme immer aus der desaströsen Zahlungsmoral seiner Auftraggeber ergeben hätten. Und diese ganzen Unwidrigkeiten würden ihn so schwer belasten, dass dadurch unser Beziehungsleben mit Unlust beeinträchtigt wird. Sein Kopf sei ständig voller Probleme. Das erschien mir schlüssig. Nur habe ich damals schon nicht verstanden, weshalb er diese Schwierigkeiten nicht aus dem Weg räumt. Stattdessen immer neue hinzukommen.
    Die Schuld hat er auf andere abgewälzt. An sich ist es egal, wer Schuld hat. Als Betroffener muss man seine Schäfchen ins Trockene bringen. Er hat seine Herde alleine draußen stehen lassen, ohne sich zu kümmern.
    Im schlimmsten depressiven Fall drohte er mit Selbstmord. Dann würde er niemanden mehr belasten.

    Trauer und Freude: erfuhr er beispielsweise von Krankheiten in seinem nahen Familienumfeld (Eltern, Großmutter), verfiel er in einen depressiven Zustand. Sehr seltsam. Ich weiß gar nicht recht wie ich das beschreiben soll. Der Umgang mit schlechten Zuständen oder Nachrichten ist in dieser Familie sowieso merkwürdig. Man erzählt lieber nur die Hälfte, weil man niemanden schwerer belasten will als unbedingt nötig.
    Bei erfreulichen Ereignissen ist er nicht in ausgelassenen Jubel ausgebrochen. Alles mit angezogener Handbremse. Er hat mir berichtet, um die schöne Nachricht zu teilen, und gleichzeitig angemerkt, mal sehn, ob das überhaupt überhaupt was wird oder auf den „Schreck“ muss ich erstmal einen Cognac trinken.

    Da sich die Problematiken nicht auflösten, bot ich mich an, ihn zu unterstützen. Weil er ja immer erzählte, dass er auf Arbeit keine Zeit hätte, mutierte ich zur Verwalterin seiner Probleme.
    Immer wenn er fort war, nahm ich die Post entgegen, von der ich während seiner Anwesenheit nichts mitbekam. Ich habe irgendwann angefangen seine Briefe zu öffnen. Manchmal bezahlte er Rechnungen, meistens ignorierte er sie. Viel von dem Geld, dass er verdiente gab er aus. Wofür er gelegentlich soviel Geld brauchte, war mir nicht klar.

    Nachdem meine ersten Ordnungsversuche scheiterten, haben wir ausgemacht, dass ich Zugriff auf sein Konto habe, um die Rechnungen zu bezahlen, wenn er unterwegs ist. Das funktionierte immer dann, wenn Geld auf dem Konto war. Mehrfach habe ich Rechnungen von meinem Geld für ihn bezahlt. Aber die Arme der Macht waren stärker. Das Finanzamt kennt kein Erbarmen. Seine Eltern haben ihn in schlimmeren Fällen rausgeboxt. Das letzte mal war ich es, als seine Eigentumswohnung, ein Geschenk seiner Eltern, zum dritten Mal zur Zwangsversteigerung aus stand. Habe gleichzeitig die Bedingung gestellt, mit in das GB eingetragen zu werden, um mein Geld abzusichern bzw. um die Wohnung an sich zu sichern. Das ganze Prozedere hat sich gezogen wie ein Kaugummi, weil er die nötigen Termine verschob und notwendige Unterlagen nicht rausgerückt hat. Klar, er wollte seine halbe Wohnung nicht an mich abtreten. Seine Eltern haben ihr gesponsertes Geld auch nie wieder gesehen. Um mich abzusichern, musste ich agieren. Trotzdem hatte ich in erster Linie uns beide und die Wohnung im Blickfeld. Nie hätte ich vermutet, dass es der Anfang vom Ende sein könnte, egal wie schlecht alles war. Ich habe so naiv daran geglaubt, dass sich alles bald zum Guten wendet, wenn nur die Finanzen geregelt sind. Leider interessierten ihn seine Rechnungen auch nicht, wenn er zuhause war und massig Zeit hatte.

    Seit 2012 hat er Jobs angenommen, bei denen er lange unterwegs war (von jeweils 2 Wochen bis zu 3 1/2 Monaten) und gutes Geld verdient hat. Seither kann man sagen, war er das halbe Jahr oder länger unterwegs. Zwischendurch zuhause. Die Fernkommunikation war schleppend. In den ersten 2 Wochen ok, dann schwieriger. Er ignorierte mich oft tagelang. Somit waren Telefonate/ Nachrichten von vornherein mit meiner Missstimmung belastet.
    So übermäßig anstrengend wie er oft behauptete, war die Arbeit nicht immer. Zumindest haben diverse Kollegen ganz anders gesprochen als er. Er entgegnete, dass er völlig andere und anspruchsvollere Tätigkeiten ausübe, als die anderen. Er war auf jeden Fall immer wichtiger als andere.

    Irgendwann habe ich mitbekommen, dass er sich scheinbar sehr für andere Kolleginnen interessiert, und viel Zeit mit denen verbringt.
    Anfang 2014 hat er mich definitiv mit einer Arbeitskollegin betrogen. Von sich aus hat er nichts zugegeben. Ich musste alles aus ihm herauspopeln. Und am Ende stellte er sich noch beinahe als das Opfer hin, weil er so viele Probleme hätte. Er versprach alles zu tun, damit sowas nie wieder vorkäme. Und er hätte mich doch so lieb. Und wir beiden schaffen das.
    Grundsätzlich zu jeder Gelegenheit, bei jedem Telefonat, außer er hat einfach aufgelegt, jede Nachricht endete mit ich hab dich lieb. Das habe ich in dieser Form noch nie zuvor erlebt.
    Selbst als er fremd ging, sagte er es. Drehte sich um, und stieg mit der anderen ins Bett. Von wirklicher Reue keine Spur. Ich hatte ihn damals gefragt, ob er nicht an mich gedacht hätte. Er sagte: nein. Ihr hat er dann den Liebesbrief geschrieben, den ich gerne empfangen hätte, weil sie abrupt den Kontakt abgebrochen hatte. Ihr Freund hatte die Affäre ebenfalls aufgedeckt.
    Ich glaube, ich war für ihn eher die sichere Bank, die seinen Haushalt geschmissen und geholfen hat, dass er nicht völlig untergeht. Oft sagte ich, ich komme mir vor wie seine Mitbewohnerin oder seine Hauswirtschafterin.
    Natürlich, er war sehr liebevoll zu mir. Wenn er zuhause war. Wenn er fort war, führte er noch ein anderes Leben.
    Er kann sehr hilfsbereit sein, in erster Linie bei handwerklichen Tätigkeiten. Außerdem legt er Wert auf Manieren und entsprechendes Auftreten in der Öffentlichkeit. Beispielsweise beim Essen oder Familienfeiern. Zu Weihnachten wird der Anzug aus dem Schrank geholt. Ebenfalls bei Geschäftsbesprechungen. Ab und an wies er mich zurecht, dies oder jenes tue man nicht. Seltsam, dass sein gesamtes Verhalten nicht diesen Kriterien entsprach.

    Er hat mich so oft mies und ignorant behandelt, und hat nie Reue gezeigt. Immer wieder das große Schweigen, dass mich zur Weißglut getrieben hat, trotzdem bin ich immer wieder weich geworden. Am Ende Hilflosigkeit. Keine wahre Offenheit. Hat immer so weiter gemacht wie gehabt. Ein paar Bemühungen, ja, aber keine 180 Grad Wendung. Lügen und Heimlichkeiten. Unehrlichkeit. „Hast du die Rechnung bezahlt“, „was ist mit der Steuererklärung?“ oder „hast du dies oder jenes getan, geändert?“. Die Antwort war ja, die Realität war nein. Ich habe lange alles geglaubt, obwohl vieles dagegen sprach. Mahnungen sind Fakten. Andere Dinge immer nur Vermutungen bzw. Spuren, die ich entdeckt habe. Manches davon gar Beweise. Selbst „schwarz auf weiß“ hat er geleugnet.
    Ich habe mich gewundert, dass er so wenig Selbstbewusstsein gezeigt hat. Seine Art der Verteidigung bestand aus Mitteln und Maßnahmen, die für eine harmonische Beziehung tödlich sind.
    Er hat Sachverhalte verdreht, merkwürdige Ausreden vorgetragen. Teilweise völlig banale Angelegenheiten, die er einfach nicht erledigt hat. Anstatt zuzugeben, dass er etwas nicht gemacht hat, erzählte er eine Lügengeschichte. Nie kam er auf die Idee, dass er es sich mit mir, Arbeitskollegen/ Auftraggebern etc. verscherzen könnte. Im Grund arbeitet er seit Jahren gegen sich selbst. Allein der logische Verstand sagt einem doch, dass diese Vorgehensweise schädlich ist und böse endet.
    Eine Konfliktbesprechung auf Augenhöhe habe ich mit ihm kaum erlebt. Vorwürfe oder Fakten, Verhaltensweisen beantwortete er oftmals gar nicht. Sagte einfach nur „nein“. So wie wenn ich behaupte Milch ist weiß. Er: nein. Das hat mich einfach nur wahnsinnig gemacht. Wenn es besser lief, dann sagte er, dass es ihm leid tue, das muss besser werden oder das war wohl ein Fehler. Eine Masche, um die Diskussion zu beenden, möchte ich behaupten. Er hat mich ganz doll lieb, ich bin doch sein Mädchen. Ich habe ihm geglaubt. Zumindest hoffe ich, dass er ab und an die Wahrheit gesagt hat. Wir hatten ja auch immer wieder schöne Zeiten.

    Er hat seine Probleme jahrelang auf mich und unsere Beziehung projiziert, indem er depressiv wurde und sich körperlich abwandte.
    Wenn er wochenlang unterwegs war und mich mit Ignoranz gestraft hatte, erwartete er eine herzliche und liebevolle Begrüßung.
    Er scheint kein Gefühl dafür zu haben, dass sein Verhalten verletzend ist oder es ist ihm einfach völlig egal. Die Entschuldigungen waren für die Tonne, ging ja immer gleichsam weiter.

    Die große Frage für mich: wenn er mir dauernd sagt, dass er mich liebt, warum ändert er nichts, zeigt er seine Liebe nicht ganzheitlich. Umarmen, küssen, ankuscheln. Schön, finde ich toll. Aber wo ist die Leidenschaft? Warum besteht unser Leben nur aus Problemen? Warum führt kein Weg daraus? Ich habe meine Toleranzgrenzen bis zum Anschlag hochgesetzt. Mein Verständnis war schon abnormal. Ich habe mich an den Highlights ergötzt, und anstatt dass es schön weitergeht, hat er wieder boykottiert. Seine Rücksichtslosigkeit kannte nie eine Grenze.
    Über die Konsequenzen seines Verhaltens hat er nie nachgedacht, geschweige denn reflektiert. Seine Maßnahme bestand immer darin, in Depressionen zu verfallen.
    Oder nach extremen Streitigkeiten schlafen zu gehen, um danach in infantiler Manier und mit Hundeblick so zu tun, als sei die Welt jetzt wieder in Ordnung. Die Streitigkeiten haben uns beide mürbe gemacht.

    In all den Jahren hat er mir in erster Linie ein Gefühl von Unsicherheit vermittelt. Unsicherheit in Bezug auf finanzielle und existentielle Zustände. Und ich war diejenige, die versucht hat, seinen Finanz-Karren aus dem Dreck zu ziehen.
    Unsicherheit in Bezug auf unsere Beziehung.
    Auf Facebook hat er dauernd neue Kontakte zu Arbeitskollegen gesammelt. Ich habe ihn oft gefragt, weshalb. Er meinte, die seien wichtig für das Geschäft. Aha, und weshalb so viele Frauen, die mit deinem Arbeitsbereich überhaupt nichts zu tun haben? Er fühlte sich von mir kontrolliert, was durchaus stimmte. In seinen Emails fanden sich häufig personalisierte Mails für Seitensprünge etc. Da ich ihn immer wieder darauf ansprach, wusste er, dass ich gucke. Er hat sich nicht geändert, sondern mir das Schnüffeln vorgeworfen. Dass sich mein Misstrauen aufgrund seines Verhaltens entwickelte, hat er scheinbar nicht kapiert. Er hat das Sammeln von Frauen zwar weitgehend abgestellt, aber dafür andere Wege gefunden. Die Heimlichkeiten hörten jedenfalls nicht auf.

    Er fühlte sich von mir drangsaliert, weil ich ihm ständig seine Mängel und seinen Egoismus vorgeworfen habe. Mein ganzes Leben drehte sich nur um ihn, um seine Probleme. Seine Planungen nach denen ich mich richten musste. Wegen seines Jobs hatte ich dafür Verständnis. Ich wollte schließlich mit ihm zusammen sein. Er hat nie einen definitiven Schlussstrich gezogen, sondern weiter an mir festgehalten. Vielleicht lag es an seiner fehlenden Durchsetzungskraft. Ich konnte mich offensichtlich nicht durchsetzen, habe immer naiv und optimistisch geglaubt, dass es besser wird. Es gab Situationen, wo andere Leute, die das mit bekamen, sagten, sie würden sich das nie bieten lassen. Ich wusste immer, dass sie Recht hatten. Situationen, in denen ich maßlos degradiert wurde. Er ist ein durchtriebener Mensch, der soziale Maßnahmen nur ergreift, wenn sie ihm nützlich sind.
    Beispiel:
    1. Wir waren im Hotelzimmer. Er sagte, er wollte noch mal kurz zum Automaten gehen, um sich dort etwas zu kaufen. Fragte, ob ich auch etwas wollte, ich sagte nein. Er ging und wollte gleich wieder zurück sein. Er hat sich dann mit seiner Arbeitskollegin getroffen (mit der er mich später betrogen hat), und hat mich 1 1/2 Stunden sitzen gelassen. Mitten in der Nacht. Ich bin durch das ganze Hotel gelaufen, bis ich die beiden entdeckte. Ein schlechtes Gewissen hatte er nicht. Im Gegenteil, er hat mir noch Vorwürfe gemacht.
    2. Er hat in einer anderen Stadt gearbeitet. Ich kam zu Besuch. Während er noch arbeitete, bin ich ins Hotel. Er sagte mir, dass er gegen Mitternacht fertig sei. Ich habe mir bis dahin die Zeit vertrieben. Später teilte er mir mit, dass nach der Arbeit noch eine Crewparty stattfinden sollte, ich könne dort aber nicht hinkommen. Würde bis vielleicht 3 Uhr nachts dauern. Ich war derweil mit anderen Leuten unterwegs. Früh um 5 oder 6 Uhr kam ich zurück ins Hotel. Er war nicht dort. Telefonisch erreicht habe ich ihn nicht. Aber der Ortungsdienste zeigte mir, dass er in einem anderen Hotel war. Schließlich kam er um 10 Uhr morgens. Volltrunken mit einem Lächeln im Gesicht kniete er vor dem Bett. Ich war völlig erbost. Seine Ausrede war, dass er noch eine Kollegin hätte trösten müssen, die weinend auf der Party saß. Ich hätte ja eh schon geschlafen, meinte er.
    Das war übrigens vor 2 Jahren. Mit der Uschi ist er jetzt zusammen. Ob damals schon etwas gelaufen ist, weiß ich nicht. Angeblich wäre sie nicht sein Typ gewesen. Na, das hat sich jawohl geändert.

    In all den Jahren habe ich mehrfach Indizien gefunden, die eindeutig auf Bordellbesuche etc., online Flirt- und Sexdating hinwiesen. Habe ihn sogar mehrfach im Bordell geortet. Zugegeben hat er es natürlich nie. November bis Anfang Dezember 2015 war er unterwegs. Zufällig entdeckte ich auf seinem Tablet einen gesetzten Link für ein Internetportal, wo Mann in jeder Stadt Prostituierte finden kann. Passend dazu Telefonanrufe, Adressensuche in Kartenapp und entsprechende Browserverläufe. Auch das hat er abgewehrt. Seine Ausreden waren unglaublich. Im Hotel hätte sich jemand in sein WLAN gehackt oder „wer hat mein Telefon angefasst?“, eine verseuchte Mail eines Kollegen. Er hat sich dann sogar noch die Mühe gemacht, eine Meldung auf seinem Handy erscheinen zu lassen, die anzeigt, dass das Gerät gerade versucht sich auf einem Server in einer entfernten Großstadt einzuloggen. Wie das funktioniert, habe ich erst später festgestellt. Ich habe ihm ein bisschen geglaubt, aber nicht wirklich.

    Seit letztem Jahr August schreibe ich Tagebuch. Unser Leben bestand fast nur noch Streitereien aufgrund seiner schlechten Stimmung und dem finanziellen Desaster, dass sich weiterhin aufgeschüttet hat. Innerhalb des ersten Monate zog das Finanzamt alle Register und hat sein Konto gesperrt. Da er mit seinen Steuerunterlagen selten rechtzeitig fertig wurde, und offensichtlich weder Lust noch ausreichendes Engagement zeigte, habe ich ihn endlich überzeugen können, einen Steuerberater zu einzuschalten. Das ging auch schief. Er hat nie vernünftig mit dem zusammen gearbeitet, Gebühren nicht bezahlt, so dass der Steuerberater eigentlich schon nach ein paar Monaten das Mandat niederlegen wollte. Zwischendurch habe ich mit dem Steuerberater kommuniziert, der mir irgendwann knallhart sagte, ich solle besser so schnell wie möglich das Weite suchen. Mein Freund bräuchte dringend eine Therapie, er wäre nicht einsichtig und würde alles zugrunde richten. Er hätte bereits mehrere Fälle dieser Art kennengelernt, und wäre nicht mehr bereit den Leuten hinterher zu laufen.
    Später im Jahr hat er mir die Idee mit dem Steuerberater sogar noch vorgeworfen, weil nichts dabei rumgekommen sei, außer mehrere tausend Euro weniger in der Geldbörse. Ich war sprachlos.

    Einer seiner Arbeitskollegen erzählte mir vor einiger Zeit eine ganz andere Version diverser Ereignisse der vergangenen Wochen/ Monate. Wie Dinge abgelaufen sind. Wie andere Leute ihn betrachten und beurteilen. Völlig konträr.
    Ich war einigermaßen schockiert zu erfahren, dass er nicht der erfolgreiche und wichtige Typ ist, den er vorgab zu sein.
    Außerdem sucht er sich auf jeder längerfristigen Arbeit in seiner Crew eine Frau, mit der er zusammengluckt.
    Wenn er nun mit seiner Neuen zusammen arbeitsmäßig unterwegs sein sollte, dürfte diese Kontaktform entfallen. Hat er jemals Kontrolle verabscheut, hat er sich jetzt genau in diese begeben.

    Im übrigen lügt er jeden an. Wenn Pakete, die er verschicken sollte, nicht ankommen, dann ist die Post schuld. Auch drei Mal, wenn es sein muss.
    Einem Arbeitskollegen hat er erzählt, er könne an einer Besprechung nicht teilnehmen, weil sein Vater gerade sehr krank sei. Er müsse den folgenden Tag unbedingt dorthin fahren. Sein Vater ist tatsächlich schwer krank, nur zu dem Zeitpunkt war es nicht akut. Er ist nicht zu seinen Eltern gefahren, sondern hat sich dann in der Innenstadt aufgehalten. Der Arbeitskollege war über diese Art von Instrumentalisierung, Skrupellosigkeit und Boshaftigkeit bis aufs Mark erschüttert. Zu recht.

    So, und dann fuhr er Ende April zu einem Job. Dort lernte er eine neue Frau kennen. Erzählte von dieser Bekanntschaft nichts. Nach dem Job war er zwei Tage zuhause, danach wieder unterwegs. Ich stellte ihn zur Rede, um wen und was es sich handeln würde. Er banalisierte die Angelegenheit. Mir ging es in erster Linie um Offenheit und Ehrlichkeit. In der ersten Zeit meldete er sich häufiger. Nach zwei Wochen war Stille. Wochenlang meldete er sich fast gar nicht. In einem Telefonat erklärte er mir, es ginge ihm nicht gut und er bräuchte Ruhe. Es gäbe Probleme mit einem Kollegen und außerdem sei er krank. Krankheit hat er immer über die Gebühr abgefeiert. Angeblich hätte er durchgehend 24 Stunden mit 40 Fieber gearbeitet. Geht so was überhaupt?
    Interessanterweise konnte er quasi auf Knopfdruck krank sein. Insbesondere nach Streitigkeiten.

    Jemand, der mit ihm über whatsapp befreundet ist, erzählte mir einige Zeit später, dass er dort ständig online sei.
    Ich habe es überprüft, und siehe da, genau so war es. Für mich hatte er gar keine Zeit mehr. Mit der neuen Frau und seiner Arbeitskollegin (wie bereits erwähnt) führte er lange Unterhaltungen.
    Einige Wochen später offerierte er mir, dass er sein Leben umkrempeln müsse. Er bräuchte eine Auszeit. Er habe erkannt, dass mit ihm etwas nicht stimme. Er weiss, das er mich schlecht behandelt, und er wolle herausfinden weshalb. Er sei das Problem. Er wüsste nicht wie lange das dauert. Wie und ob es mit uns weitergeht, wisse er nicht. Er müsse diesen Prozess ganz alleine bewerkstelligen.
    Er habe in den letzten Wochen mit diversen Menschen darüber geredet.
    Das Chatting hörte nicht auf. Von „ich finde es alleine heraus“ konnte keine Rede sein. Der Job war vorbei und er fuhr an einen anderen Ort, wo er sich seither aufhält. An einem Wochenende besuchte er die neue Frau. Zwischen den beiden passierte nichts, obwohl seiner Aussage nach von beiden Gefühle vorhanden waren. Das Chatting ging weiter. Ich war raus. Als er wieder nach Hause kam, begegnete er mir distanziert. Seine Liebe war weg. Er sagte, er könne momentan keine Beziehung führen, müsste zusehen, dass er klar kommt. Die Kommunikation mit der neuen Frau schlief langsam ein. Aber die Arbeitskollegin war in der Zwischenzeit zur Vertrauten geworden. Sie würde ihm zuhören. Sie tue ihm gut. Er fühlt sich ja ständig von allen missverstanden und unter Druck gesetzt. Andere sagen ihm, was er tun soll. Seine Eltern, ich …
    Ich bin Teil seines Problems, meint er. Ich meine, er hat sein Problem bislang überhaupt nicht erkannt.

    Dann ist er zu seiner vertrauten Arbeitskollegin gefahren, und damit war auch das Bett angezündet. Ob vorher schon was war, entzieht sich meiner Kenntnis.
    Erstaunlich ist, dass er mit der die Kommunikation führt, die ich immer gewollt habe. Allerdings regelrecht exzessiv. Zu ihr hat er die kommunikative Nähe aufgebaut, die ich mir immer gewünscht habe.
    Er war bei allen Leuten verschrien als derjenige, der nie erreichbar war, nicht zurück gerufen hat bzw. sich enorm viel Zeit gelassen hat. Andere mussten sich stets nach seinem Timing richten. Mit seiner Neuen klebt er am Funktelefon, als wäre es angetackert. Wie kann es sein, dass ein jahrelang introvertierter, depressiver Mensch von jetzt auf gleich zu einer Kommunikationsbestie mutiert? Jemand, der kaum die Zähne auseinander bekommt. Seine Gefühle, seine Wahrnehmung, sich selbst nicht mitteilt. Ein Mensch, der weitgehend humorfrei ist und nie aus vollem Herzen lacht. Das ist mir unbegreiflich.
    Er macht ständig Fotos von sich, von seinen Einkäufen, vom Essen oder wie er mit ihren Stofftieren spielt. Für einen 42-jährigem Mann finde ich das peinlich.
    In den vergangenen Monaten hat er etliche Kilos abgenommen. Selfies, Fotos mit freiem Oberkörper oder Bilder vom Gewicht auf der Waage, die er ihr vermutlich sendet, um seine Erfolge mit ihr zu teilen und ständig Präsenz zu zeigen.

    Ihrerseits scheint auch nichts anderes zu tun zu haben, als den ganzen Tag am Handy zu hängen. Angeblich hat sie keine Freunde und durchläuft schwere Zeiten. Sie ist völlig fixiert auf ihn, was ich durchaus nachvollziehen kann. Sein Charme ist liebreizend.
    Sie ist 12 Jahre jünger als er, und ist ein lebenslustiger Mensch mit viel Energie. Er sagt, er sei verliebt. Sie, die angeblich keine Ambitionen hatte, hat sich komplett gewandelt. Nun wollen die beiden zusammen ziehen. Das resultiert allerdings einerseits aus der Tatsache, dass ich ihm sagte, ich will ihn nicht mehr sehen und er solle zu ihr ziehen. Zusammen wohnen ist für uns nicht mehr möglich.
    Andererseits braucht er sie, damit er überhaupt eine neue Unterkunft findet. Seine Schufa Einträge sind so schlecht, dass er alleine nichts finden würde. Sie wohnt momentan in Süddeutschland, er im Norden.
    Außerdem soll sie feststellen, mit wem sie gerade ihre Zukunft plant. Sie organisiert für ihn, richtet ihre Zeit tagtäglich nach ihm aus. Sie gibt alles und ist eine Person, die ihm viel Kraft und Energie spendet. Ich denke, er hat ein neues Opfer gefunden. Da sie in der gleichen Branche arbeitet, wird er ihr zukünftig nie erklären müssen, weshalb er sich irgendwann vielleicht nicht mehr so häufig meldet.
    Mich hat er völlig ausgeblendet. Ich existiere für ihn nicht mehr. Nur als schwarzer Schatten der letzten Jahre.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass er sich innerhalb von vier, fünf Monaten zu einem neuen Menschen gewandelt hat. Er lebt den Moment aus. Jeden Tag aufs neue. Die Zeit davor hat er zugeklappt wie ein Buch.
    Doch die alten Seiten leben weiter. Das beweist die Post, die hier eintrudelt. Es interessiert ihn nicht.

    Sein Verhältnis zu seinen Eltern ist definitiv gestört. Er ist Einzelkind. Schon als Dreijähriger stand er auf dem Tennisplatz. Er erhielt Einzelstunden und wurde intensiv gefördert. Mit 12 Jahren hörte er aus eigenem Willen auf. Wollte nicht mehr. Zuviel Leistungsdruck. Als Boris Becker Wimbledon gewann, sagte sein Vater zu ihm: das hättest auch du sein können. Der Satz hat sich in ihm eingebrannt.
    Aus der Schulzeit erzählte er Geschichten, in denen er sich als selbstbewussten und durchsetzungsfähigen Schüler darstellte. Ich empfand es als renitent. Schulische Ziele hat er teilweise wegen zu schlechter Leistungen nicht erreicht.
    Immerhin am Ende eine Fach-Abi. Nachfolgende Studiengänge hat er nicht zu Ende gebracht. Da ist er nicht der Einzige …

    Er vermisste es, von seinen Eltern in den Arm genommen zu werden, sagte er einmal. Zu wenig liebkost. Hat sich beschwert, dass sie ihn in den letzten Jahren selten besucht haben.
    Ich habe die Eltern als freundliche, liebenswürdige Menschen kennengelernt. Aber auch als Menschen, die Konflikten aus dem Weg gehen. Man unterhält sich lieber über schöne Dinge. Was sich im Leben ihres Sohnes abspielte, war ihnen weitestgehend unbekannt. Je mehr ich davon erzählte, desto weniger wollten sie davon wissen. Ein Menschenschlag, den ich zuvor nie kennengelernt hatte. Gleichsam die Großmutter. Verständnis basierend auf der Hinnahme von Gegebenheiten.
    In dem Haus gab es keine sprudelnde Wärme, aber auch keine eindeutige Kälte, sondern Ordnung, übertriebene Sauberkeit und ein systematisch eingefahrener Tagesablauf.
    Seine Familie hat er zeitweilig noch seltener kontaktiert als mich. Ich habe ihn dazu gebracht, dass er sich mehr kümmert.

    Sein Weinkonsum war in den ersten Jahren sehr extrem. Entwickelte sich gemäßigter, erhöhte sich in Krisenzeiten. Raucher ist er ebenfalls.
    Seitdem er seine Erkenntnis gewonnen hat, hat er abgenommen. Laut seinen Aussagen mit Sport und weniger Alkohol. Er raucht derzeit weniger.

    Die Kommunikation mit der neuen Frau ist weiterhin sehr intensiv. Die kommunizieren rund um die Uhr. Für mich ist das unfassbar. Ich musste fast betteln und mit der Neuen ist er über Whatsapp dauernd online. Die Inhalte kenne ich logischerweise nicht. Er hat selten großartig etwas zu erzählen gehabt, abgesehen von seiner Arbeit. War eher mundfaul. Introvertiert eben. Kürzlich sagte er, er sei immer viel zu ruhig gewesen. Stimmt, aber kann sich ein Mensch in kürzester Zeit so extrem wandeln?
    Ein Arbeitskollege, mit dem es nicht mehr so gut läuft, beantwortete mir die Frage damit, dass er sagte, nö, der sei immer noch genauso wie immer.
    Streitgespräche mit eben diesem Kollegen sind vermutlich der Auslöser für die nachfolgende Veränderung gewesen. Der Kollege ist seit langer Zeit in finanzieller Not gewesen, weil mein Ehemaliger Zahlungen zwar angekündigt, aber nie überwiesen bzw. veranlasst hatte. Er hatte ihn eiskalt angelogen, wobei es ihm gleichgültig war, dass eine Familie mit zwei Kindern darunter zu leiden hat. Der Kollege ist seinerseits aber auch derjenige, der stets für große Arbeitsprojekte gesorgt hat. Sah da jemand plötzlich seine Felle wegschwimmen?
    Seit diesem Vorfall hatte er den Kontakt zu mir massiv eingeschränkt. Genauso wie er seitdem sein soziales und berufliches Umfeld gewechselt hat, welche übrigens direkt miteinander verknüpft sind.
    Er sagte, seit Oktober/ November letzten Jahres hätte er nicht mehr an uns geglaubt. Also genau in der Zeit, als das Riesen-Finanz-Desaster in vollem Gang war. Als die Wohnung auf der Kippe stand. Als er sich ausgeklinkt hat, während er unterwegs war, und mich mit der ganzen Scheisse alleine gelassen hat. Als er sich für intensiv für Bordelldamen interessiert hat. Und im Dezember in die große Depression mit Suizid Androhung verfallen ist. Das Gespräch, das er an einem Abend mit meiner sehr einfühlsamen Freundin führte, war für die Katz. Die nächsten Monate waren wieder ein Auf und Ab.

    Ich verstehe nicht, was momentan abläuft. Bekommt die Neue nun all das, was ich mir immer gewünscht habe? Habe ich vielleicht sogar den Weg geebnet, dass er nun in Liebesangelegenheiten zur Besinnung gekommen ist, und sich geändert hat? Mit der Neuen in seinem Leben hat er mir endgültig den Weg abgesperrt, um mir zu zeigen, dass er mit jemand anderem ein angenehmeres Leben führen kann. Den Wege des heimlichen Partnerwechsels beschreiten ja viele.

    Er ist jetzt bald 5 Wochen weg. Fragt nicht nach seiner Post. Interessiert ihn alles nicht. Mich auch nicht. Nachdem er mich weggeworfen hat wie einen vergammelten Putzlappen, sehe ich nicht ein, weswegen ich ihm seine Post nachschicken sollte. Verpflichtet bin ich dazu wohl kaum. Allerdings habe ich trotzdem die Befürchtung, dass hier irgendwann der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht. Heute lag der erste gelbe Brief im Kasten. Momentan achtet er offensichtlich darauf, dass genügend Geld auf seinem Konto ist. Rechnungsüberweisungen habe ich jedoch nicht gesehen.

    Die Wohnung gehört mittlerweile uns beiden. Zumindest das habe ich durchgesetzt. Musste mir die letzten Unterlagen heimlich von ihm klauen, weil er nichts rausgerückt hat.
    Das Mobiliar gehört in erster Linie mir. Im Zweifelsfall auch der Rest.

    Es war ein Kampf gegen Windmühlen und ich muss wissen, ob ich mit meinen Vermutungen richtig liege und wie es zu dieser Wandlung kommen kann.

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