Narzissmus / Antisoziale Persönlichkeitsstörung Offizielle Diagnosekriterien ICD-10 und DSM-IV-TR

Die American Psychiatric Association, ansässig in Washington D.C., USA, veröffentlichte das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (diagnostisch statistische Beschreibung von Geisteskrankheiten), vierte Edition, Text Revision (DSM-IV-TR) [2000 ], inder sie erstmals diagnostische Kriterien fur die Narzisstische Persönlichkeitsstörung (301.81, p.717) gibt.

Das DSM spezifiziert neun Diagnose Kriterien. Fünf (oder mehr) dieser Kriterien müssen erfüllt sein, damit die Narzisstische Persönlichkeit bestätigt werden kann:

Die (offiziellen) Diagnose Kriterien im Einzelnen:

  • Fühlt sich groß(artig) und hält sich für „über“-wichtig (z.B.: Übertreibt regelmäßig Errungenschaften, Talente, Fähigkeiten, Kontakte, und Persönlichkeits-Eigenschaften -sich selbst und Anderen gegenüber) bis zum Punkt purer Lügen. Er/ Sie erwartet als „überlegen“ wahrgenommen zu werden – ohne entsprechende Leistungen vorweisen zu können/ diese zu erbringen.
  • Ist besessen von Fantasien des Erfolgs, Berühmtheit, gefürchtete Macht oder Allmacht, unvergleichbarer Brillianz (der gehirn-fokussierte Narzisst), körperlicher Schönheit oder sexueller Leistung (der körperliche Narzisst), oder idealer, für immer anhaltente, alles einnehmende Liebe oder Leidenschaft.
  • Ist stark davon überzeugt, dass er oder sie einzigartig ist und, aus diesem Umstand heraus, davon überzeugt, dass er/sie nur verstanden werden kann oder nur zu tun haben sollte mit anderen speziellen oder einzigartigen, oder gesellschaftlich höher stehenden Menschen ( oder Institutionen).
  • Fordert übertriebene Bewunderung, Beweihräucherung, volle Aufmerksamkeit oder, wenn dies im entsprechenden Umfeld nicht erreicht werden kann, hat alternativ den Wunsch danach, gefürchtet und berühmt-berüchtigt zu sein (Versorgung mit sog. narzisstischem Zubehör- Interne Anm.: Versorgung mit Gefühls-Aufmerksamkeits- ENERGIE)
  • Fühlt sich (anspruchs)berechtigt. Verlangt automatische und volle Erfüllung seiner oder ihrer unbegründeten Erwartungen nach spezieller und gefälliger Vorrangs-Behandlung.
  • Verhält sich zwischenmenschlich ausbeuterisch und ausnutzend ( Anm.: offen oder versteckt- männlicher und weiblicher Narzissmus s. u.), benutzt andere Personen um seine eigenen Ziele oder Bedürfnisse zu verwirklichen.
  • Innerlich leer, kein (echtes) Mitgefühl, ist unfähig oder unwillig sich in die Gefühle anderer hineinzuversetzen, sie (an)zuerkennen oder zu akzeptieren, Bedürfnisse, Vorlieben und Entscheidungen Anderer werden ( eher) nicht respektiert
  • Permanenter (versteckter oder offener) Neid auf Andere – möchte gerne die Objekte seiner Frustration verletzten oder zerstören. Leidet an irreführenden (paranoiden) Wahnvorstellungen während er oder sie glaubt, dass die Anderen (also die Neidobjekte) die gleichen Gedanken über Ihn oder sie selbst haben und genauso (paranoid) sind, wie er/ sie selbst.
  • Benimmt sich arrogant und hochmütig. Fühlt sich überlegen, allmächtig, allwissend, unbesiegbar, immun, über dem Gesetz stehend und allgegenwärtig (magical thinking). Wird wütend bei Frustration, oder wenn ihm oder ihr widersprochen wird oder er konfrontiert wird von Personen, die er als geringwertiger/untergeben betrachtet oder die für Ihn nicht seiner oder ihrer würdig scheinen.
  • Ergänzungen aus jahrelanger Erfahrung und Gesprächen mit vielen Betroffenen: Narzissten sind wohl innerlich so unsicher oder so „negativ“ programmiert, dass sie nicht die leiseste Kritik oder den leisesten Zweifel an ihren Ausführungen respektieren. Sie sind gänzlich kritikresistent, schlimmer noch, falls konfrontiert mit Widerstand bezüglich ihrer Ausführungen, Gedankengänge, Einschätzungen und Beurteilungen von Dingen, Personen und Umständen, werden sie in die offene oder versteckte Konfrontation gehen oder die Ausführungen gänzlich ignorieren.
  • Innerlich sind diese Personen kontrolliert von Angst, Verlustangst und Kontrollsucht und haben kein Vertrauen- weder in sich selber- da der Bewusstseinsbezug fehlt- noch in irgendeine andere Person (siehe auch Pkt. 8 ).

 

Dissoziale Persönlichkeitsstörung / Soziopathie

  • Die dissoziale Persönlichkeitsstörung ist durch ausgeprägte Diskrepanz zwischen Verhalten und geltenden sozialen Normen gekennzeichnet. Typische Merkmale sind im Einzelnen:
  • Unfähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen
  • Unfähigkeit zur Verantwortungsübernahme, gleichzeitig eine klare Ablehnung und Missachtung sämtlicher sozialer Normen, Regeln und Verpflichtungen
  • Unfähigkeit, längerfristige Beziehungen aufrechtzuerhalten, jedoch keine Probleme mit der Aufnahme frischer Beziehungen
  • Geringe Frustrationstoleranz, Neigung zu aggressivem und gewalttätigem Verhalten
  • Fehlendes Schuldbewusstsein
  • Unfähigkeit, aus Erfahrungen zu lernen
  • Ein weiteres Merkmal für diese Erkrankung kann eine anhaltende Reizbarkeit sein. Die Störung kann sich in oder nach der Kindheit entwickeln.
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